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Anfänge der Elektrizitätsversorgung in Remscheid

Der Bau der Straßenbahn und die Entwicklung der öffentlichen Stromversorgung in Remscheid standen in einem engen Entwicklungszusammenhang. Das Kraftwerk der Bahn an der Honsberger Straße, die sog. Kraftstation, wo 1893 zunächst drei Gleichstromgeneratoren in Betrieb genommen worden waren, wurde 1894 um einen weiteren Generator erweitert und konnte ein Jahr später auch die ersten Industrie- und Gewerbebetriebe der Werkzeugstadt mit Strom versorgen.
Vor allem die Unternehmen aus dem Bereich der Kleineisenindustrie profitierten von diesem Angebot. Die neue Energie fand schnell weitere Interessenten und erforderte sukzessive den Ausbau des Kraftwerks. Bis zur Jahrhundertwende waren bereits fünf Generatoren mit einer Gesamtleistung von rund 800 kW installiert. Noch 1899 hielt auch die elektrische Beleuchtung Einzug in Remscheid. In diesem Jahr wurde der Straßenbahngesellschaft das Recht eingeräumt, an die Abnehmer von Kraftstrom auch Beleuchtungsenergie zu liefern.

Betriebsgelände Honsberger Strasse, erbaut 1893/1898, größere Kriegsschäden 1945, Wiederaufbau und Erweiterung 1952/1960
Das "elektrische Zeitalter" für alle Einwohner Remscheids – oder zumindest für diejenigen, die es sich finanziell leisten konnten und im Bereich der ersten Versorgungsgebiete wohnten – begann schließlich im Jahr 1904. In diesem Jahr wurden auch die ersten elektrischen Straßenlaternen aufgestellt. Rund ein halbes Jahrzehnt später waren bereits 512 private Abnehmer von elektrischem Strom gewonnen worden.
Noch hatten allerdings Gaslicht, Kerze und Petroleumlampe nicht ausgedient, obwohl sich bereits von Seiten privater Haushalte und Gewerbetreibender eine stärkere Nachfrage nach Elektrizität abzeichnete. Bis 1906 musste deshalb die Leistung des Kraftwerks auf fast 1900 kW erweitert werden. Dennoch war den Verantwortlichen in der Verwaltung bewusst, dass die Eigenstromerzeugung an der Honsberger Straße ihrem Ende zuging. Im Jahr 1910 wurde daher mit dem Rheinisch-Westfälischen-Elektrizitätswerk (RWE) ein Stromlieferungsvertrag geschlossen und in der Folge die Abgabemenge des eigenen Kraftwerks immer weiter reduziert. Im Jahr 1923 erfolgte die endgültige Stilllegung der Kraftstation. Heute noch erinnert ein gleichnamiges Kulturzentrum an der Honsberger Straße an die Anfänge von öffentlichem Nahverkehr und Elektrizität in Remscheid.

