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Zahlenspiegel 2008

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Wasser für Remscheid - einst und jetzt

Historische Aufnahme eines Staudamms

Mit Wasserkraft wurden über Jahrhunderte an den Bächen und Flussläufen liegende Schleifkotten und Hämmer angetrieben, um dort Werkzeuge und Klingen herzustellen, Garne und Stoffe zu bleichen und später auch Elektrizität zu erzeugen. Ohne den Rohstoff Wasser wäre die industrielle Entwicklung des Bergischen Landes nicht möglich gewesen. Dem immer wieder auftretenden Wassermangel begegnete man bis ins 19. Jahrhundert hinein mit der Anlage von Brunnen und Stauteichen

Pumpenhalle mit Dampfmaschinen

Pumpenhalle mit Dampfmaschinen, ca. 1920er Jahre

Trinkwasserhygiene und die Anforderungen der Industrie erforderten im Verlauf der Industrialisierung eine gesicherte und von jahreszeitlichen Schwankungen unabhängige Trinkwasserversorgung. 1881-1883 wurde das erste Wasserwerk im Eschbachtal gebaut. Das Pumpwerk förderte erstmals 1884 Wasser aus einer Brunnengalerie in den dreieinhalb Kilometer entfernten auf dem Stadtkegel erbauten Wasserturm mit einem Inhalt von 400 m³. Die Pumpleistung von zwei Dampfmaschinen mit Druckpumpen betrug 1.000.000 l am Tag. Rund 900 Häuser der 33.000 Einwohner zählenden Stadt wurden über ein 28 km langes Netz mit 131.000 m³ Trinkwasser bereits während des ersten Betriebsjahres versorgt. Der steigende Bedarf machte jedoch bald den Bau neuer Anlagen erforderlich.

Die Eschbachtalsperre

Auf Anregung des Remscheider Fabrikanten und Stadtverordneten Robert Böker kam 1889-1891 der Bau der Eschbachtalsperre, der ersten Trinkwassertalsperre Deutschlands, unter der Planung und Leitung von Prof. Otto Intze (1843-1904) zustande. Mit einem Stauvolumen von 1,065 Mio m³ sicherte sie zusammen mit der 1906-1908 erbauten Neyetalsperre (Stauinhalt 6,0 Mio m³) bei Wipperfürth über viele Jahrzehnte die Wasserversorgung. Um die großen Höhenunterschiede im Stadtgebiet auszugleichen, wurde das Versorgungsgebiet in eine obere und eine untere Zone eingeteilt, die mit unterschiedlichem Druck bedient wurden. Der Wasserturm von 1883, der "Waterbölles", wie er von den Remscheider genannt wurde, reichte bald nicht mehr für die obere Zone aus. Er wurde deshalb 1906-1908 erweitert, indem ein größerer Behälter von 1.500 m³ Fassungsvermögen auf den vorhandenen Sockel errichtet wurde. 1964-1967 wurde das Wasserwerk Eschbachtal neu errichtet.

In den Jahren 1991-1994 erfolgte die Sanierung der Staumauer, wobei die Talsperre vollständig entleert werden musste. Aufwändige Sanierungsmaßnahmen am unter Denkmalschutz stehenden "Waterbölles" konnten im Jahr 2002 abgeschlossen werden. Die Aufbereitungsanlage im Wasserwerk Eschbachtal wurde aus betriebswirtschaftlichen Gründen Ende des Jahres 2003 stillgelegt. Ein Teil des Werkes soll jedoch weiter als Druckerhöhungsstation zur sicheren Versorgung Remscheids genutzt werden. Sowohl die Eschbach- als auch die Neyetalsperre sollen als Trinkwassertalsperren erhalten bleiben.

 

Die Große Dhünn-Talsperre - Wasserversorgung im 21. Jahrhundert

Historische Aufnahme des Wasserwerkes Eschbachtal

Wasserwerk Eschbachtal, um 1910

In den Jahren 1975 bis 1985 erfolgte der Bau der Großen Dhünn-Talsperre. Diese Talsperre stellt heute mit einem Stauvolumen von rund 81 Mio. m³ die zweitgrößte Trinkwassertalsperre Deutschlands dar. Sie befindet sich im Besitz des Wupperverbandes. Zur Aufbereitung des Rohwassers zu Trinkwasser wurde in Wermelskirchen-Dabringhausen ein Wasserwerk mit modernster Technik errichtet. Während diese Aufbereitungsanlage im Normalbetrieb eine Durchsatzleistung von 5.300 m³/h hat, kann sie für die Notversorgung (z. B. für die Stadt Düsseldorf) mit einer Leistung von 14.100 m³/h betrieben werden.

Trinkwasserverteilung


Bei der Verteilung des Trinkwassers im Remscheider Stadtgebiet sind Höhenunterschiede bis zu 190 m zu bewältigen. Um auch den höchsten Punkt der Stadt, der bei 378,86 über N.N. am Hohenhagen liegt, sicher versorgen zu können, wird das Wasser aus dem Wasserwerk Eschbachtal zunächst in den Wasserturm Hochstraße bzw. den Wasserbehälter am Stadtpark gepumpt. Dazu ist ein Wasserdruck von 21 bar erforderlich. Zum Ausgleich des Wasserdrucks in den unterschiedlichen Stadtteilen kommen außerdem drei Druckerhöhungs- und 21 Druckminderanlagen zum Einsatz. Um zeitliche Schwankungen im Wasserverbrauch ausgleichen zu können, stehen vier Wasservorratsbehälter zur Verfügung:

  • Wasserturm Hochstraße (Fassungsvermögen 1.500 m³)
  • Wasserturm Baisieper Straße (Fassungsvermögen 1.500 m³)
  • Wasserbehälter Stadtpark (Fassungsvermögen 10.000 m³)
  • Wasserbehälter Knusthöhe (Fassungsvermögen 8.000 m³)


Im Stadtgebiet von Remscheid sind mehr als 400 km Leitungen zur Trinkwasserversorgung verlegt.