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23.10.2009
Thüga-Kauf besiegelt

E.ON-Tochter nun in kommunaler Hand. Stadtwerke Remscheid werden Anteilseigener.
Nun ist es perfekt: Das kommunale Bieterkonsortium KOM9/Integra hat von der E.ON die Thüga erworben. Ein entsprechender Kaufvertrag wurde gestern unterzeichnet. Bereits im August des Jahres erzielten E.ON und die beiden kommunalen Konsortien eine Einigung über die wirtschaftlichen Grundzüge der Transaktion. Mit dabei sind auch die Stadtwerke Remscheid, und zwar als Partner des Konsortiums KOM9, eines Zusammenschlusses von mehr als 45 Stadtwerken und regionalen Versorgern in kommunaler Trägerschaft aus ganz Deutschland. Das zweite Konsortium, die Integra, besteht aus den Partnern enercity (Hannover), Mainova (Frankfurt) und N-ERGIE (Nürnberg).
Die Vereinbarung zum Erwerb der Thüga von der E.ON ist am 22. Oktober 2009 von den Vorstandsvorsitzenden des kommunalen Erwerberkonsortiums Integra/KOM9 sowie von der E.ON AG unterzeichnet worden. Nach erfolgter Zustimmung aller erforderlichen Gremien steht der Vollzug des Erwerbs nun nur noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch das Bundeskartellamt, die noch in diesem Jahr erwartet wird.
Marktbewährte Kooperationsplattform
„Als Partner der KOM9 freuen wir uns, dass die im Sommer nach intensiven Verhandlungen erzielte Einigung nun besiegelt werden konnte“, kommentiert Prof. Dr. Thomas Hoffmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Remscheid GmbH, die Vertragsunterzeichnung. Hervorzuheben ist, dass das Bieterkonsortium eine Holding übernimmt, die sich bereits seit vielen Jahren bewährt hat. Schließlich ist die Thüga, die Minderheitsbeteiligungen an rund 100 kommunalen Energieversorgern hält (darunter 20 Prozent an der EWR GmbH), das größte Energie-Netzwerk in Deutschland.
Gemeinsam in die Zukunft
Dieses bestehende starke kommunale Netzwerk, das durch die Beteiligungen der Thüga an mehrheitlich kommunalen Energieversorgungsunternehmen gebildet wird, wird auch zukünftig erhalten, gestärkt und weiter ausgebaut werden. Der Ausbau von Kooperationsfeldern der Beteiligungsunternehmen mit der Thüga wird die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit bestehender und Wachstum in neuen Geschäftsfeldern ermöglichen.
„Wir freuen uns, dass die EWR in diesem Kooperationsprojekt und dem deutschlandweit größten Netzwerk kommunaler Energie- und Wasserversorger ein wichtiger Partner ist. Die neue Thüga bewegt sich annähernd auf Augenhöhe mit den Großkonzernen und sorgt so für mehr Wettbewerb im Energiemarkt. Aufgrund der Zusammenarbeit innerhalb des Netzwerkes wird die Position der EWR im wachsenden Wettbewerb durch die sich perspektivisch bietenden handfesten Chancen nachhaltig gestärkt. Mit diesem einmaligen Netzwerk deutscher Stadtwerke können wir die Marktchancen der lokalen Energiewirtschaft verbessern und mit der Thüga gezielt eine Plattform schaffen, die die Möglichkeit eröffnet, auf allen Wertschöpfungsstufen – von der Erzeugung, der Beschaffung, der Technik, den Querschnittsfunktionen bis zum Vertrieb – zu kooperieren, Synergiepotenziale zu heben sowie Großprojekte umzusetzen“, betont Prof. Dr. Thomas Hoffmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Remscheid GmbH. Davon profitieren die Kunden in Form langfristiger Versorgungssicherheit, marktfähiger Produkte und Dienstleistungen sowie die Mitarbeiter durch Sicherung ihrer Arbeitsplätze. Übergeordnetes Ziel ist die Wahrung der Wertschöpfung vor Ort – dicht am Kunden und damit im besten Sinne des Wortes „lokal“.
Details der Transaktion
Die KOM9 erwirbt ca. 37,75 Prozent der Stadtwerke-Holding, auf die drei Integra-Konsorten entfallen jeweils ca. 20,75 Prozent der Thüga-Anteile. Es wurde ein Kaufpreis von rund 2,9 Mrd. Euro vereinbart, wobei die Thüga-Beteiligungen an der GASAG Berliner Gaswerke AG (37 Prozent), an der HEAG Südhessische Energie AG (40 Prozent), an den Stadtwerken Duisburg (20 Prozent) sowie an den Stadtwerken Karlsruhe (10 Prozent) nicht mitveräußert, sondern an die E.ON Ruhrgas übertragen werden. Formal wird die Thüga AG über die Transaktionsgesellschaft Integra Energie GmbH & Co. KGaA erworben.
Hintergrund zur Thüga
Die Thüga AG ist mit rund 100 Minderheitsbeteiligungen das größte Netzwerk kommunaler Energieversorger in Deutschland. Die Mehrheitseigentümer sind zumeist die jeweiligen Städte und Gemeinden. Inklusive aller Beteiligungen versorgte die Thüga-Gruppe in 2008 bei einem Absatz von 158 TWh Gas rund 2,9 Millionen Gaskunden, bei einem Absatz von 38 TWh Strom rund 3,5 Millionen Stromkunden und rund eine Million Kunden mit Trinkwasser. Daneben versorgt Thüga im sogenannten Eigengeschäft Gas- und Stromkunden vornehmlich in Süddeutschland sowie über die vollkonsolidierte Tochtergesellschaft Harz Energie GmbH & Co. KG (Thüga-Anteil 53 Prozent) in Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. In 2008 erwirtschaftete die Thüga AG einen konsolidierten Umsatz von rund 630 Mio. Euro und einen bereinigten Jahresüberschuss von rund 270 Mio. Euro. Inklusive aller Minderheitsbeteiligungen (Thüga-Anteil mindestens 20 Prozent) erzielte die Thüga-Gruppe 2008 einen Gesamtumsatz von 16,4 Mrd. Euro.
Gute Investition für die Zukunft der Stadtwerke Remscheid
„Die Stadtwerke Remscheid haben mit dem Kauf der Thüga-Anteile die Möglichkeit genutzt, sich über den Erwerb von Anteilen Vorteile für die eigene Marktposition zu sichern. Wir haben eine einmalige strategische Gelegenheit wahrgenommen, die Marktchancen der EWR zu verbessern. Alle Gremienentscheidungen – auch die der Bezirksregierung – liegen vor“, so Prof. Dr. Thomas Hoffmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Remscheid GmbH. „Damit bietet sich für uns die Möglichkeit, die Wertschöpfung auf lokaler Ebene langfristig weiter zu stärken und dadurch auch die Wirtschaft in Remscheid zu fördern sowie Arbeitsplätze zu sichern, denn der Stadtwerke Remscheid Verbund hat vor Ort eine wichtige Rolle und generiert in Remscheid Kaufkraft und Nachfrage. Allein im Jahr 2008 konnte von den Unternehmen im SR-Unternehmensverbund ein Auftragsvolumen in Höhe von ca. 15 Mio. € an ortsansässige Unternehmen vergeben werden“, ergänzt Prof. Dr. Thomas Hoffmann.
Stadtwerke Remscheid GmbH
Prof. Dr. Hoffmann



